Ballard - EQHHPP - Flughafen München - Fuel Cells 2000 - Neunburg vorm Wald - Tupolev - WEIT
6. Tupolev
Im Rahmen des Cryoplane-Programmes von DASA Airbus, Dornier, Tupolev
und vielen weiteren Partnern arbeiten seit 1990 deutsche und russische
Firmen am Einsatz kryogener Treibstoffe (Flüssigwasserstoff) in der
Luftfahrt. Schwerpunkt sind die Arbeiten am Wasserstoff-Demonstrator-Programm
auf Basis des Regionalflugzeuges DO 328 mit 34 Sitzen. In der FH Aachen
wurde ein Hilfstriebwerk des Typs AlliedSignal GTCP 36-300 auf Wasserstoff
umgestellt und im gesamten Leistungsbereich erprobt.
Die grundsätzliche Realisierbarkeit wurde bereits am 15. April
1988 nachgewiesen, als ANTK Tupolev das Laborflugzeug Tu 155 erprobte,
dessen drittes Triebwerk alternativ mit Flüssigwasserstoff bzw. Flüssigerdgas
betrieben wurde. Als erstes mit flüssigem Wasserstoff betriebenes
Flugzeug der Welt startete dieses Exemplar zu einem 21 Minuten dauernden
Probeflug in der Umgebung von Moskau.
Bis zum Jahr 2000 soll das Flugzeug auf LH2-Speicherung und Versorgung
(Kosten ca. 60 Mio. DM) sowie ein Triebwerk auf LH2-Betrieb (Kosten ca.
40 Mio. DM) umgerüstet werden. Da die künftige DO 328 Version
anstatt mit Turboprop- mit Strahltriebwerken von Pratt & Whitney Canada
oder von Allied Signal Aerospace ausgestattet werden wird, ist auch die
Modifizierung dieses Triebwerkstyps auf LH2-Betrieb vorgesehen. Messer
Griesheim soll das kryogene LH2-Betankungssystem entwickeln und liefern.
Verschiedene Integrationsmöglichkeiten der Flüssigwasserstofftanks
- als Gondeln unter den Flügeln oder als integrierter Tanks über
der Passagierkabine - wurden untersucht.
Es ist geplant, diesen Demonstrator im Jahr 2000 anläßlich
der EXPO 2000 in Deutschland im Demonstrationsbetrieb, vermutlich zwischen
Hannover und München, zu erproben. Nach erfolgreichem Demonstrationsbetrieb,
in dessen Verlauf die Funktionsfähigkeit des Triebwerks, die LH2-Speicherung
an Bord und die LH2-Handhabung und Betankung am Boden erprobt werden sollen,
will man eine Serienversion entwickeln und vermarkten. Erste Gespräche
mit europäischen und nordamerikanischen Airlines haben bereits stattgefunden.
Der Energieinhalt von Wasserstoff bezogen auf das Gewicht ist 2,8-mal
höher als bei Kerosin, so daß die Nutzlast des Flugzeuges vergrößert
werden kann. Das Volumen für gleiche Energie ist aber 4-mal größer,
so daß sich Änderungen in der Konfiguration des Flugzeuges ergeben.
[Klug, 1998]
Projektmanager Heinz Klug:
"Spätestens 2002 wollen wir mit einem wasserstoffbetriebenen Flugzeug
in der Luft sein."
Danach benötigen wir nur noch drei bis vier Jahre "bei entsprechenden
Rahmenbedingungen" zur Serienreife.
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